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Fragen + Antworten

Warum sollen CO2 Emissionsquoten eingeführt werden, wo es doch noch Zweifel am Zusammenhang zwischen anthropogenen CO2 Emissionen und dem Klimawandel gibt?

Spätestens mit dem letzten IPCC Bericht aus dem Jahr 2007 sind diese Zweifel zerstreut. Es gibt keine Zweifel mehr daran, dass dieser Zusammenhang existiert. Außerdem ist es nachgewiesen, dass die Kosten einer Anpassung an den Klimawandel größer sind als die zu erwartenden Kosten zu dessen Vermeidung bzw. Verringerung.

Muss ein CO2 Quotensystem nicht als globales Vertragswerk angelegt sein, dass die USA in jedem Fall mit einbezieht? Wird nicht die gesamte Idee einer Emissionsquote ab absurdum geführt, wenn dieses System nicht global installiert wird?

Der Klimawandel wird um so mehr auf der politischen Agenda eine Rolle spielen, je stärker die Auswirkungen spürbar werden. Vor dem Hintergrund sich beschleunigender Effekte wird die Gewissheit über die Richtung und das Ausmaß der zu ergreifenden Maßnahmen wachsen. Auch in den USA werden sich die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen. Damit wird es immer wahrscheinlicher, Lösungen zu finden, die alle Staaten einbeziehen.

Was geschieht, wenn die Mehrheit der öffentlichen Meinung bei Wahlen oder einem Referendum gegen die Einführung von CO2 Emissionsquoten votiert? Ist es nicht unrealistisch in einem demokratischen System ein Quotensystem einführen zu wollen?

Die meisten Menschen sehen derzeit noch keinen direkten Zusammenhang zwischen ihrem Lebensstil und dem Klimawandel. Der wesentliche Grund dafür ist die mangelnde Information über diesen Zusammenhang. Wenn dieser einer Mehrheit klar ist, wird es nicht mehr so leicht möglich sein, Unwissenheit vorzuschützen. Wahrscheinlicher wird eine breite Unterstützung einer Regierung sein, die das Klimaproblem offensiv angeht. Argumente gegen CO2 Emissionsquoten, die auf einer fehlenden Attraktivität einer solchen Rationierung beruhen, werden in dem Maße an Gewicht verlieren, wie die Konsequenzen aus der ohne Politikwechsel vorhergesagten Erderwärmung um 6°C bis zum Ende des Jahrhunderts bekannt werden.

Es wird doch keine politische Partei geben, die eine substanzielle Reduktion des Energieverbrauchs in ihr Programm aufnehmen wird!

Dies ist ein Beweis dafür, dass kurzfristige Interessen stärker berücksichtigt werden als langfristige. Wir sollten die Parteien drängen, in Bezug auf die Konsequenzen endlich die Wahrheit zu sagen und das Unausweichliche zu tun.

Eine Rationierung von Kohlenstoffemissionen ist vergleichbar mit Lebensmittelkarten in Kriegszeiten. Sind CO2 Emissionsquoten tatsächlich notwendig, obwohl die Zahl der effizienten Autos und besser gedämmten Wohnungen und Häuser ständig zunimmt?

Das Problem ist, dass längst nicht genug Menschen verantwortungsbewusst handeln. Außerdem sind die Möglichkeiten zu einem solchen Handeln derzeit noch sehr beschränkt. Daher ist es unbedingt notwendig, durch eine solche Maßnahme die ganze Gesellschaft zu einem verantwortungsbewussten Handeln zu bringen und die Innovationen, die dazu notwendig sind, anzustoßen.

Deutschland gehört in Sachen Klimaschutz weltweit zu den Musterknaben. Warum sollte nun ausgerechnet Deutschland eine Pilotfunktion bei der Einführung von CO2 Emissionsquoten übernehmen?

Natürlich ist ein internationales Abkommen nötig, um zu einer gerechten Verteilung der Lasten bei der Vermeidung des Klimawandels zu kommen. Falls es nicht zu einem internationalen Abkommen kommt, wäre ein Untätigsein allerdings das Schlimmste was passieren könnte. Schließlich geht es darum, die Lebensumstände auf der Erde in einer uns bekannten Art zu erhalten.

Sorgt nicht die Einführung eines CO2 Emissionsquotensystems für Wettbewerbsnachteile in einer globalisierten Welt und gefährdet den Produktionsstandort Deutschland?

Sollte eine Einführung von Emissionskosten nur in Deutschland vorgenommen werden, wären Wettbewerbsnachteile für energieintensive Industrien wahrscheinlich unausweichlich. Diese Industrien stünden dann vor der Wahl, entweder die Energieeffizienz ihrer Produktion sofort drastisch zu verbessern oder zunächst in Länder auszuwandern, die noch kein Emissionsquotensystem eingeführt haben. Allerdings wäre in diesem Fall eine spätere Einführung von Emissionsquoten auch in diesen Ländern sehr wahrscheinlich. Insofern wären Wettbewerbsnachteile, wenn überhaupt, nur über einen kurzen Zeitraum vorhanden.

Ist nicht gerade aus den Industrien, die ein Interesse an der Beibehaltung des Status Quo haben, beispielsweise der Automobilindustrie oder den Touristik- und Luftfahrtkonzernen, erbitterter Widerstand zu erwarten?

Wahrscheinlich wäre in der Tat Widerstand zu erwarten. Dies darf aber nicht zur Untätigkeit führen. Es ist vielmehr so, dass durch die langfristig vorhersehbare Absenkung der CO2 Emissionen die Automobil- und Touristikindustrie in die Lage versetzt wird ihr Geschäftsmodell zu adaptieren, Energie effizient zu gestalten, und dadurch auch unter veränderten Rahmenbedingungen Profite zu machen.

Werden nicht die Aktionäre energieintensiver Industrien gegen Emissionsquoten sein,weil ihr Primärinteresse in einem Profitwachstum besteht?

Zunächst wäre das ganz sicher so. Aber auch diese energieintensiven Industriezweige müssen einsehen, dass sich die Welt ändert und dass ihr Interesse an Profiten letztendlich kompatibel mit den ethischen Prinzipien sein muss. Außerdem werden Unternehmen, die ihre Energieeffizienz schneller als der Markt steigern, Wettbewerbsvorteile haben, die ihnen ein Wachstum von Umsatz und Profit ermöglichen.

Wie kann die Einführung von Emissionsquoten gerechtfertigt werden, wo dies doch das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern schmälert und so die finanzielle Basis für eine Verbesserung von Umweltschutz erodiert und dringend notwendige Zahlungen an Entwicklungsländer schwierig macht, von denen deren Wirtschaft abhängt?

In Großbritannien wurde festgestellt, dass eine 60-prozentige Reduktion der CO2 Emissionen bis 2050 zu vergleichsweise niedrigen Kosten erreichbar ist und nur einen kleinen Bruchteil des Wohlstandes des Landes kosten wird. Spätestens seit dem Stern-Report ist klar, dass ein nicht Tätigwerden die Staaten der Welt sehr viel teurer kommen wird, als eine konsequente Reduktion der CO2 Emissionen. Von einer Erosion der finanziellen Basis für Wachstum und Entwicklungshilfe kann also überhaupt nicht die Rede sein.

Gibt es Einschätzungen der wirtschaftlichen Auswirkungen von Emissionsquoten vor dem Hintergrund der dann stetig sinkenden Erlöse von wirtschaftlichen Aktivitäten, die mit Energieverbrauch zusammenhängen?

Durch die Einführung eines Emissionsquotensystems werden Staatseinnahmen generiert, ebenso wie dies derzeit mit Steuern geschieht. Um die Auswirkungen der Einführung eines Quotensystems zu steuern, können die Einnahmen aus diesem System zur Senkung anderer Steuern herangezogen werden. Darüber hinaus ist der Energiesektor nicht besonders beschäftigungsintensiv, so dass eine Senkung des Energieverbrauchs wohl nicht zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit führen wird.

Wie ist der Arbeitsplatzverlust in stark energieabhängigen Branchen einzuschätzen?

Auch in der Vergangenheit hat es einen Strukturwandel in der Industrie gegeben. Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im Produktionssektor sind weggefallen, dafür sind Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstanden. Ebenso wird dies bei den Arbeitsplätzen in energieintensiven Branchen zu beobachten sein. Dafür werden aber Arbeitsplätze in Unternehmen geschaffen, die beispielsweise Anlagen zur emissionsfreien Energieerzeugung errichten. Es kann jetzt schon beobachtet werden, dass der Wirtschaftssektor der erneuerbaren Energien stark wächst und eine große Anzahl von Arbeitsplätzen schafft.

Viele energieintensive Industrien fühlen sich einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet und erkennen die Notwendigkeit von Schritten in Richtung auf eine Wasserstoffwirtschaft an. Warum ist es unter diesen Umständen notwendig, mit derartig drakonischen Maßnahmen wie einer CO2 Emissionsquote das Risiko einer Schädigung der Wirtschaft in Kauf zu nehmen?

Die Umrüstung einer gesamten Volkswirtschaft auf eine neue Energiequelle benötigt viel Zeit. Die Umstellung auf eine Wasserstoffwirtschaft würde vermutlich 20 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen. Diese Zeit steht nach allem was wir wissen nicht zur Verfügung. Klimawissenschaftler weisen darauf hin, dass die Wende bei den CO2 Emissionen spätestens bis 2015 erreicht sein muss. Es sollte also im Interesse auch und gerade der energieintensiven Industrie liegen, gemeinsam mit der Regierung Maßnahmen zu ergreifen, in langfristig vorhersehbaren Schritten die CO2 Emissionen auf ein Niveau herunter zu drücken, dass dem Klimawandel nicht weiter Vorschub leistet. Außerdem wird die Verbesserung der Energieeffizienz in den Unternehmen durch das Wirtschaftswachstum überdeckt - der Bumerang-Effekt.

Wäre es nicht besser, anstatt ein CO2 Emissionsquotensystem einzuführen, weiterhin auf die freiwilligen Maßnahmen zu bauen, die beispielsweise in der Automobilindustrie schon zu vorzeigbaren Emissionsreduktionen geführt haben?

Gerade das Beispiel der Automobilindustrie zeigt, dass freiwillige Maßnahmen nicht zum Ziel führen. Bis 2008 hatte die Automobilindustrie versprochen, europaweit einen Grenzwert von 140 g CO2 pro Kilometer einzuhalten. Insbesondere die deutsche Automobilindustrie ist davon jedoch weit entfernt. Es ist richtig, dass es auch in der deutschen Automobilindustrie große Fortschritte bei der Verbesserung der Effizienz der Motoren gegeben hat. Diese Effizienzverbesserung hat aber nicht zu einer Reduktion des Treibstoffverbrauchs und damit der CO2 Emissionen geführt, sondern wurde in die Leistungssteigerung und Komfortverbesserung investiert.

Sind die wachsenden Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energie wie Wind-, Solar- oder Biomasseenergie nicht bereits ausreichend?

So wichtig die durchgeführten Projekte zum Ausbau der Windkraft und der Energieerzeugung aus Biomasse, Geothermie oder Sonnenenergie auch sind, so gering ist doch ihr Anteil an den Gesamtausgaben zur Sicherung und zum Ausbau der Energieversorgung. Insbesondere wenn man als Vergleich die Kosten für die Exploration von Öl und Gas heranzieht.

Wird die Einführung von Emissionsquoten nicht kulturelle und sportliche Großereignisse wie Olympische Spiele, Weltmeisterschaften oder internationale Konferenzen tangieren? Gerade solche Ereignisse sind mit großen Transportleistungen verbunden, die viel Energie verbrauchen.

Ja, es wäre durchaus möglich, dass im Laufe der Zeit die Begrenzung von CO2 Emissionen dazu führt, dass diese Events auf einem mehr regionalen oder lokalen Niveau durchgeführt werden. Globale Events wie Olympische Spiele, internationale Konferenzen oder Weltmeisterschaften werden dann nicht mehr eine so große Anzahl von Menschen anziehen, die bereit sind, ihre persönlichen Emissionsquoten für die weiten Reisen in Anspruch zu nehmen, die die Teilnahme an solchen Events erforderlich machen.

 

Würden bei einer Einführung von CO2 Emissionsquoten die Airlines bevorzugt behandelt, weil gerade diese keine Alternative zur Nutzung fossiler Treibstoffe haben?

Nein, eine Sonderbehandlung für die Luftfahrtindustrie wird es nicht geben. Ansonsten würde die intensive Nutzung des Flugzeugs weiterhin ansteigen. Die Notwendigkeit, gerade den Luftverkehr zu reduzieren, ist nicht verhandelbar.

 

Was geschieht mit den anderen 50% der CO2 Emissionen, die nicht durch Individuen verursacht werden? Wird es auch für diesen Teil ein Rationierungssystem geben, in dem die Quoten mit der Zeit sinken?

Auch für den Teil der CO 2 Emissionen, der nicht durch ein persönliches Handelssystem für Emissionsquoten erfasst wird, wird es ein System zur Emissionsreduktion geben. Alle Organisationen (Wirtschaftsunternehmen, Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe, Non-Profit-Unternehmen oder Verwaltungen) müssen eine ausreichende Menge Emissionsquoten auf dem Markt einkaufen. Die praktische Ausgestaltung eines solchen Systems sollte aber Wirtschaftsexperten überlassen bleiben.

Würde die Einführung von CO2 Emissionsquoten nicht eine stärkere Nutzung von Kernenergie bedeuten, da diese doch weitgehend CO2-frei ist?

Es wäre möglich, dass die Einführung eines CO2 Emissionsquotensystems zum Ausbau der Kernenergie führt. Die Frage, ob der Ausbau der Kernenergie eine sinnvolle Option darstellt, sollte jedoch unabhängig davon betrachtet werden, dass die CO2 Emissionen reduziert werden müssen.

Werden bei der Einführung von Emissionsquoten nicht neue Indikatoren für die Messung von Wohlstand notwendig?

Absolut richtig. Zahlreiche gegenwärtig benutzte Indikatoren wie beispielsweise das BIP in seiner derzeitigen Form oder die Anzahl der in Haushalten genutzten Fahrzeuge werden unsinnig. An deren Stelle müssen neue Indikatoren entwickelt und angewendet werden, welche die Effektivität von Politikmaßnahmen zur Reduktion der CO2 Emissionen messen können. Diese könnten beispielsweise sein: Kilometerleistung Auto, Bahn, ÖPNV, Fahrrad, Ausgaben für Treibstoff, Lebensdauer von Haushaltsgeräten, etc.

Ist es nicht unfair, ein System zu etablieren, in dem wohlhabende Menschen weiterhin in der Lage sind, ihren energieintensiven Lebensstil beizubehalten, indem sie zusätzliche Emissionsquoten ärmeren Menschen abkaufen?

Es kann nicht bestritten werden, dass dies in den ersten Jahren nach der Einführung eines CO2 Emissionsquotensystems vorkommt. Im Wesentlichen ist das nichts anderes, als schon jetzt beim Auseinanderklaffen der Einkommen von Arm und Reich beobachtet wird. Allerdings hat dieses System durchaus Gerechtigkeitsaspekte: es versetzt die ärmere Bevölkerung in die Lage, von ihr nicht benötigte Emissionsquoten zu verkaufen und dadurch ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Insbesondere der Lebensstil der sehr wohlhabenden Bevölkerungskreise ist wegen seiner Energieintensität besonderes klimaschädlich: große Autos, große Wohnungen oder Häuser, Fernreisen. Die Aufrechterhaltung eines solchen Lebensstils wird in Zukunft teurer werden, dadurch könnten Umverteilungseffekte eintreten.

Gibt es so etwas wie mildernde Umstände für Familien, deren Mitglieder um die ganze Welt verteilt leben und die sich von Zeit zu Zeit sehen möchten?

Einige wenige Menschen auf dem Globus waren nur in der Lage ein globales Leben zu führen, weil durch preiswerte Flugreisen die Aufrechterhaltung persönlicher und familiärer Bindungen ermöglicht wurde. Es gibt, wenn die Auswirkungen des Klimawandels ernsthaft begrenzt werden wollen, keine Alternativen: der Flugverkehr muss drastisch reduziert werden. In den späteren Dekaden des Jahrhunderts, wenn der Rückgang der zur Verfügung stehenden Emissionsquoten sehr deutlich wird, ist es unwahrscheinlich, dass noch viele Menschen häufig Fernreisen unternehmen können. Dies zu akzeptieren wird für die kleine Minderheit der Menschen sehr schwierig werden, die derzeit von der Möglichkeit internationaler Fernreisen profitieren.

Wird etwas dagegen unternommen, dass Familien nur aus dem Grund mehr Kinder haben, um mehr CO2 Emissionsquoten zu erhalten?

Dies wird dadurch wirkungsvoll verhindert, dass Emissionsquoten in der vollen Höhe nur erwachsenen Menschen zugeteilt werden. Natürlich wird es zusätzliche Quoten auch für Kinder geben wollen, aber diese werden nicht so hoch sein, dass sich allein aus diesem Grund größere Familien lohnen.

Wird die Begrenzung der CO2 Emissionen nicht zu Wanderungsbewegungen weg von Regionen führen, in denen der Energiebedarf sehr hoch ist oder in denen sich die Lebensbedingungen in Folge des Klimawandels verschlechtern?

Der Bevölkerungsanteil, der vom Klimawandel negativ beeinflusst wird, wird in Zukunft stark zunehmen. Auch aus diesem Grund wird es - wie auch wegen der Einführung von CO2 Emissionsquoten - zu einer Verstärkung der Migration kommen. Alleine dies ist ein Grund, das Problem des Klimawandels ernster zu nehmen.

Wird ein System der Rationierung und der jährlichen Absenkung der Emissionsquoten nicht für viele Menschen zu kompliziert sein, um wirklich verstanden zu werden?

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass die jährliche Reduktion der zur Verfügung stehenden Emissionsquoten von der Bevölkerung nicht verstanden wird. Die Absenkung der Quote ist über einen langen Zeitraum vorhersehbar. Außerdem wird es einen Lernprozess in der Gesellschaft geben, von Jahr zu Jahr werden die Erfahrungen mit dem System größer. Schon jetzt gibt es Organisationen, die in großem Stil Verbraucherberatung betreiben. Für sie könnte die Beratung über ein solches System eine weitere Aufgabe werden. Darüber hinaus wird der praktische Umgang mit Emissionsquoten mit großer Wahrscheinlichkeit in Presse, Funk und Fernsehen hinreichend kommuniziert.

Wie können der Diebstahl von Emissionsquoten und die Ausbildung eines Schwarzmarktes für Emissionsquoten verhindert werden?

Das vorgeschlagene System führt einen legalen Markt für den Handel mit CO2 Emissionsquoten ein. Es ist daher wenig wahrscheinlich, dass sich parallel zu einem legalen Markt ein Schwarzmarkt entwickeln kann.

Was geschieht, wenn Menschen ihre Emissionsquoten vor Ablauf des Jahres verbraucht haben werden? Müssen sie dann in ihren Wohnungen frieren und sind dort gefangen, weil sie keine Reisen mehr unternehmen können?

Sollten die zur Verfügung gestellten persönlichen Emissionsquoten nicht ausreichen, so können selbstverständlich am Markt Quoten hinzu gekauft werden. Für diese zusätzlichen Emissionsquoten muss dann der Preis gezahlt werden, der sich zum Kaufzeitpunkt am Markt gebildet hat. Niemand muss daher frieren, niemand wird in seiner Wohnung gefesselt sein und keine Reisen mehr unternehmen können.

Was geschieht, wenn die CO2 Karte gestohlen wird?

Prinzipiell greifen hier die gleichen Schutzmechanismen, die bereits seit vielen Jahren für Kredit- und Scheckkarten gelten. Man kann eine Zentrale anrufen, die CO2 Karte wird dann sofort gesperrt, so dass keine weiteren Abbuchungen vom persönlichen CO2 Konto mehr möglich sind.

Wie wird mit Geschäftsreisen oder Reisen von Politikern umgegangen?

Für Reisen von Geschäftsleuten und Politikern müssen selbstverständlich Emissionsquoten am Markt gekauft werden. Es wird keine Bevorzugung für Reisen dieser Art geben.

Was kostet die Einführung eines CO2 Emissionsquotensystems?

In Deutschland gibt es hierzu noch keine Untersuchungen. In Großbritannien ist diese Frage Gegenstand einer laufenden Machbarkeitsstudie.

Welche Effekte würde die Einführung einer CO2 Emissionsquote auf unser tägliches Leben haben?

Zunächst würde im Laufe der Zeit wohl Strom aus erneuerbaren CO2-freien Quellen billiger als Strom aus Kohle, Öl oder Gas. Jedermann will solare Warmwasserversorgung und gut isolierte Wohnungen und Häuser. Die teilweise exzessive Nutzung von Autos dürfte sehr bald nachlassen, Geschäfte und Büros werden künftig eher durch natürliches Licht als durch elektrisches Licht beleuchtet. Wahrscheinlich dürfte unser ganzes Leben weniger schnell ablaufen und vielleicht auch etwas weniger stressig sein, in dem wir unsere notwendige Mobilität im Vorhinein planen. Wir werden unseren Konsum verändern, in dem das Augenmerk eher auf das gerichtet ist, was wir benötigen und nicht so sehr auf das, was wir nur einfach haben wollen.

In Anlehnung an: How we can save the planet, Mayer Hillman, Tina Fawcett, London 2004