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Steuer vs. Quoten

Generell unterschiedlicher Ansatz: CO2-Steuer und CO2-Emissionsquotensystem
Bei der Einführung eines CO2 Quotensystems bildet sich ein Preis für CO2 am Markt. Dieser Preis hängt von der Menge der vom Staat herausgegebenen CO2 Emissionsquoten und der Nachfrage nach Quoten ab. Je höher die Nachfrage, d.h. je weniger emissionsreduzierende Maßnahmen ergriffen werden, desto höher wird der Preis. Im Unterschied dazu muss der Staat bei der Einführung einer Steuer auf die Emissionen von CO2 einen optimalen Marktpreis für CO2 abschätzen um so die Höhe der Steuer darauf auszurichten.

Garantierter Reduktionspfad
Bei der Einführung von jährlich sinkenden CO2 Emissionsquoten ist die Obergrenze im System eingebaut. Eine CO2-Steuer, die tatsächlich zu einer verringerten CO2-Emission führt, müsste so hoch sein, dass sie wohl politisch nicht durchzusetzen wäre. Die enorme Preissteigerung der Energie in den letzten Jahren hat nicht in großem Umfang zu einer Reduktion des Energieverbrauchs geführt.  Die Preiselastizität der nachfrage nach Energie ist einfach zu gering. Eine wirksame Steuer müsste die Energie noch weit teuerer machen, als dies durch die Preissteigerungen der letzten Jahre geschehen ist. Eine CO2-Steuer, die politisch durchsetzbar wäre, wäre nicht wirkungsvoll genug, um die CO2-Emissionen zu begrenzen.

Vorhersehbarkeit
mit der Einführung von handelbaren Emissionsquoten wird die Senkung der CO2-Emissionen über einen Zeitraum von 20 Jahren vorhersehbar. Unternehmen und Verbraucher können sich so langfristig orientieren und ihre Maßnahmen darauf abstimmen. Ein Steuersatz lässt sich nicht über einen so langen Zeitraum vorherbestimmen, da dieser auch anderen gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren unterliegt. Um den Emissionen durch eine Steuer einen preis zu geben, müsste die Höhe der Steuer variabel sein und sich der gerade herrschenden Wirtschaftslage anpassen. Emissionsquoten wirken daher direkt in Richtung auf das Emissionsziel, eine CO2-Steuer würde dies nur indirekt über eine Preissteigerung erreichen.

Gerechtigkeit
Persönliche Emissionsquoten garantieren ein kostenloses CO2-Emissionsbudget für jedermann, unabhängig von dessen sozialer oder wirtschaftlicher Situation. Wird eine Steuer eingeführt, die so hoch ist, dass eine Reduktion der CO2-Emissionen sichergestellt ist, geraten Personen mit niedrigem Einkommen in Schwierigkeiten. Daher müssten komplizierte und bürokratische Kompensationsmechanismen entwickelt, umgesetzt und überwacht werden.

Konsumauswirkungen
Persönliche Emissionsquoten kosten den Konsumenten, der mit seinem CO2-Budget auskommt, kein Geld und haben daher auch keine Auswirkungen auf den Konsum. Eine Steuer belastet jeden CO2-Ausstoß, so dass ein Teil des Einkommens für die CO2-Emissionen hergegeben werden muss. Dies würde sofort den Konsum belasten und den Spielraum für Investitionen in CO2-Minderungsmaßnahmen einengen.

Tauglichkeit eines Systems von Emissionsquoten auch für Zeiten der Energieverknappung
Energieverbrauch und CO2-Emissionen sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Eine Ausdehnung des Systems auf den Energieverbrauch im Sinne einer Rationierung ist daher sehr einfach möglich. CO2-Steuern leisten dies nicht. Vielmehr verteuern sie die Energie, die infolge der Knappheit ohnehin schon teurer geworden ist, weiter.

Garantie eines Überlebensminimums
Durch die Einführung von persönlichen Emissionsquoten kann sichergestellt werden, dass der Grundbedarf an CO2 oder Energie, der zum Überleben notwendig ist, kostenlos verteilt werden kann. In einem System mit CO2-Steuern gibt es diese Garantie nicht. Ein sozialer Ausgleich müsste aufwändig und mit hohem bürokratischen Aufwand geschaffen werden.

Gemeinsame Zielerreichung
Bei der Einführung von handelbaren Emissionsquoten besteht zwischen dem Individualziel und dem Ziel der gesamten Gesellschaft Übereinstimmung. Bei einer CO2-Steuer ist es dem einzelnen Individuum egal, wie hoch die Steuerbelastung für andere ist, weil es keinen Einfluss auf die eigene Steuerbelastung hat. Es besteht daher keine Kongruenz zwischen Individual- und Kollektivziel, es ziehen nicht alle Mitglieder der Gesellschaft an einem Strang.

Garantierte Staatseinnahmen
Die Einführung einer solchen CO 2 Steuer führt zu einigermaßen verlässlichen Staatseinnahmen. Im Gegensatz dazu kann die Höhe der Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionsquoten am Markt nicht ohne weiteres vorhergesagt werden. Der Grund liegt darin, dass sich der Marktpreis für Emissionsquoten in Abhängigkeit der Höhe von Angebot und Nachfrage ausbildet.