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Konzepte

Individuelle handelbare Emissionsquoten

Die Idee Emissionsrechte zu begrenzen und zu handeln wurde von Ökonomen bereits in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Erstmals ökonomische Realität wurde sie in den USA mit dem Clean Air Act von 1990. SO2 Emissionen von Kohlekraftwerken, die sauren Regen verursachen, wurden durch einen solchen cap and trade Mechanismus wirkungsvoll reduziert. 2005 hat die EU das SO2-Modell des Clean Air Acts auf CO2 angewendet. Wegen der kostenlosen Vergabe der Emissionsrechte konnten Energieunternehmen ihre Gewinne steigern. Eine Reduktion der CO2 Emission fand aufgrund des geringen CO2 Marktspreises praktisch nicht statt. Trotz der Probleme mit dem EU-Handelssystem gilt es für eine möglichst schnelle und effektive Reduktion der CO2 Emissionen die Marktkräfte zu nutzen. Dafür bieten sich eine Reihe von CO2 cap and trade Konzepten an.

Downstream Konzepte

Generell gibt es zwei Ansatzpunkte für Konzepte zur Reduktion der anthropogenen CO2 Emissionen. Wird beim Energieverbraucher angesetzt, spricht man von „Downstream“-Konzepten. Prinzipiell gleichen sich Downstream-Konzepte in folgenden Punkten:

  • Es wird ein regionales, nationales oder internationales absolutes Emissionsziel in Masseneinheit CO2 pro Zeiteinheit festgesetzt, z.B. 800 Mio t CO2/Jahr.
  • Entsprechend dieses Zieles werden Emissionserlaubnisse ausgegeben
  • Diese Emissionserlaubnisse sind handelbar

Die verschiedenen Politikschemata, die insbesondere in GB entwickelt worden sind, unterscheiden sich insbesondere in folgenden Teilaspekten:

  • Wer nimmt teil?
    Individuen, Organisationen und Firmen oder beide?
  • Wie werden die Emissionserlaubnisse verteilt?
    Anteil Individuen und Organisationen, Zuteilung aufgrund Auktion, Rationierung oder Grandfathering, Behandlung von Kindern, technische und organisatorische verteilung der Emissionserlaubnisse
  • Anwendungsbereich
    Welche Brennstoffe und Aktivitäten werden erfasst? Maximal können erfasst werden: Strom, Gas, Heizöl, Kohle, Treibstoffe für Individualverkehr, öffentlicher Transport, nationaler Luftverkehr, internationaler Luftverkehr

Zu dem Downstream Konzepten gehören beispielsweise TEQ, DTQ, PCA

Upstream Konzepte

Wird derjenige erfasst, der Kohlenstoff-haltige Energieträger in Verkehr bringt, handelt es sich um eine „Upstream“ Konzepten. Hier sind nur wenige Unternehmen zu erfassen, die Öl, Gas oder Kohle fördern bzw. importieren und dem Markt zur Verfügung stellen.

Der generelle Vorteil dieser Maßnahme ist ihre relativ einfache Umsetzbarkeit. Es gilt nur wenige Unternehmen zu erfassen. In den USA wären es nur rund 2.000 Firmen, in Deutschland wesentlich weniger.

Hybrid Konzepte

Hybrid-Konzepte kombinieren Aspekte aus beiden Konzeptbereichen. Im Konzept von Robert Ayres bzw. dem Cap-and-Share-Konzept werden zunächst alle Emissionsquoten an die Bevölkerung verteilt, diese verkaufen sie auf dem Markt (Downstream). Von diesem Markt müssen sich die wenigen Unternehmen Emissionsquoten kaufen, die Kohlenstoff-haltige Energieträger (d.h. Mineralöl, Erdgas und Kohle) in Verkehr bringen (Upstream). Für die eigentliche Emission von CO2 bei der Verbrennung des Energieträgers müssen keine Emissionsquoten erworben werden.